Sonntag, 21. Oktober 2012

CSI: Crime Scene Investigation / Fatal Conspiracy Review

Ich muss ja gar nicht erst damit anfangen, was ich von CrapGames wie diesem halte - es ist schließlich schon schlimm genug, dass ich sie überhaupt zocke. Auch hier war der Anlass für diese seltene Nötigung wieder mein Vorhaben puren Wahnsinns: Project Ubisoft. Nach NCIS und Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist CSI allerdings das vorerst letzte Spiel dieser Kategorie von Ubisoft - und ich hoffe, dass mit den großen Knallern wie Assassin's Creed III und Far Cry 3 in absehbarer Zeit auch kein Bedarf mehr für derartige Verbrechen an die Lebenszeit trophäengeiler Zocker begangen werden.

Übertroffene Erwartungen

Seit ich NCIS in den Händen hatte und schnellst möglich auch wieder aus diesen weggab, hatte CSI bereits bei mir verloren. Dieses stupide Gameplay mit den absolut ätzenden Minispielen zur Verlängerung der geradezu dreisten Spielzeit, die u.a. daraus resultierte, dass die Fälle und vor allem deren Lösungen viel zu geradlinig und einfach aufgebaut waren. Man bekam alles bis ins kleinste Detail vorgekaut, als wäre das Publikum bei solchen Serien dasselbe wie bei Kommissar Rex oder Inspektor Gadget. Hinzu das ständige hin und her zwischen Tatorten, Labors und Büros, in denen immer und immer wieder einfach nur stur dasselbe vonstatten ging... Wenn man dann zudem noch nicht einmal Kenntnisse über die Serie hat und keine Verbindung zu den Figuren aufweist, ist das Ganze wirklich eine reine TrophäenTortur.
Doch selbst mit diesen durchweg blumigen Voreinstellungen, schaffte es CSI, mir immerhin ein klitzekleines anerkennendes Kopfschütteln abzuringen. Das Spiel ist sehr ähnlich und doch in vielen Teilen ganz unterschiedlich - und zwar in genau den richtigen Teilen. Zum Einen, was mich besonders gefreut hat, fallen diese ganzen bescheuerten Minispiele weg. Zugegeben, wenn man DNA vergleicht muss man jedes Mal noch durch ein nerviges, kleines Puzzlespiel, das so anspruchsvoll ist wie notwendig, darüber hinaus hat man aber weitestgehend darauf verzichtet und das kann ich wirklich nur gutheißen. Das Spiel konzentriert sich dann doch lieber auf das, was man bei dem Titel erwarten sollte: Das Lösen von Verbrechen. Und zwar mit dem Vergleichen, Untersuchen und Kombinieren von Beweisen - und davon gibt es reichlich. Denn sämtliche Verbrecher in den 5 Fällen dieses Spiels haben wohl noch nie eine Kriminalserie wie CSI im Fernsehen mitverfolgt, da sie offenbar vor oder nach dem Mord munter herumlaufen und alles mögliche anfassen, damit die Ermittler bei der Untersuchung mehr Fingerabdrücke finden als sie Finger an der Hand haben. Überhaupt sind die Beweise sehr offensichtlich verstreut und zeugen nicht von den kreativsten Geistern hinter dem Erdenken dieser Fälle oder es zeugt vom mangelnden Vertrauen in die Fähigkeiten der Spieler. Aber wer sich so ein Spiel für 30-60 Euro zulegt, dem würde ich auch mangelndes Vertrauen entgegenbringen - in jeglichem Bezug auf seinen Geisteszustand (no offense :D ). Selbst die Verhöre, die beispielsweise L.A. Noire in ihrer professionellen und detailierten Aufmachung geprägt haben, sind keine Herausforderung, da das Spiel einem sofort anzeigt, wenn der Verdächtige lügt und man dann aus einem Inventar von lediglich 1-3 Indizien auswählen muss um die Lüge zu enttarnen - und abgesehen von einer Indizie ist der Rest in der jeweiligen Situation völlig schwachsinnig.
Darüber hinaus gibt es aber durchaus nette Unterschiede zu NCIS, die mit etwas mehr Mühe glatt ein passables Spiel hieraus hätten machen können. Alles in allem hat mich die ganze Aufmachung sehr an das Back To The Future Spiel erinnert und das nicht nur wegen dem irgendwie halbcomichaften Design der FigurenKöpfe und -gesichter, sondern auch wegen dem Point-and-Click-Gameplay. Während man in NCIS noch mit einem Ermittler herumlaufen und sich mit dem teilweise selbst im Weg oder im Blick stand, so kommen wir mit der Ego-Perspektive in CIS doch wesentlich besser und vor allem viel schneller voran. Wir durchforsten das gegebene Umgebungsbild mit unserem Cursor, untersuchen die angezeigten Stellen oder betreten an den ebenfalls signalisierten "Portalen" das nächste Umgebungsbild.
Die Fälle umfassen alle eine sehr überschaubare Anzahl an Schauplätzen, meistens bestehend aus 3 oder 4 Tatorten und den üblichen verdächtigen wie dem Labor, dem Zimmer eures Vorgesetzten, bei dem ihr z.B. Durchsuchungsbefehle beantragt oder der Leichenhalle. Da man aber eben immer unzählige Male hin und her muss, zieht sich jede Episode auf eine Dauer von im Schnitt rund einer Stunde, was uns zu einer Gesamtzeit von ca. 5 Stunden bringt - mit Komplettlösung wohl gemerkt! Ohne könnte sich das Ganze sogar noch ein paar Stunden länger hinziehen und somit schon fast gängige Spieldauer erreichen - etwas, woran bei NCIS an keinem Punkt zu denken wäre.

Die Trophies

Die Trophies sind wieder einmal ein Klacks, allerdings kriegt man auch nicht alle von ihnen auf einem Silbertablett serviert, wenn man einfach durchspielt, wie es bei NCIS der Fall gewesen ist. Eine Komplettlösung und zumindest ein Blick in einen TrophäenLeitfaden wären sehr zu empfehlen, wenn man hier auf Platin geht. Neben den StoryTrophies gibt es beispielsweise auch noch Auszeichnungen für das Entdecken bestimmter Hinweise oder das Einsetzen bestimmter Dialogoptionen im Verhör. Darüber hinaus wird jeder Fall mit einer Wertung abgeschlossen, die berechnet, wie gründlich ihr die Schauplätze abgesucht habt und wie fehlerlos ihr die Hinweise aufgedeckt, kombiniert und eingesetzt habt. Letzteres ist mit Anleitung kein Problem, da kommt ihr in mindestens einem der Fälle auf die nötigen 100%, schon etwas nerviger ist da aber die Trophäe Kein Stein auf dem anderen, bei der man 100% Genauigkeit erreichen muss. Das Ganze ist so furchtbar sinnlos, da die berechnete Genauigkeit daher herrührt, sich überall genau umzusehen. D.h. ihr müsst bei jedem Umgebungsbild auf die Pfeile am Bildschirmrand achten, die signalisieren, dass man sich in diese Richtung noch weiter umsehen kann und dies bis zum Anschlag auch tun - bei jedem einzelnen Umgebungsbild dieses Falles. Völlig sinnloserweise umfasst dies allerdings nicht nur die Tatorte, sondern auch das Labor, die Leichenhalle usw. Man muss also im Labor an jeden einzelnen Computer gehen, dort einmal ganz nach links und einmal ganz nach rechts fahren, das in jedem Raum wiederholen, an der Fotowand und dem Flur mit dem Aufzug (ein völlig überflüssiger und nutzloser Schauplatz btw) oder auch in der Leichenhalle die komplette Leiche absuchen und auch den kleinen Tisch neben der Bahre, der lediglich im letzten Fall zum Einsatz kommt und darüber hinaus eigentlich gar nicht wirklich wahrgenommen wird. Zudem muss man dies wirklich bewusst von Beginn des Falls an machen, da man ansonsten schon mal mit 97% am Ende dasteht und doof aus der Wäsche guckt. Zum Glück erfordert die Platin es nur, einen Fall mit dieser Wertung abzuschließen.
Auf jeden Fall wird bei jedem leidenschaftlichen TrophyHunter nach dem ersten Fall die pure Euphorie ausbrechen, wenn bis zu 12 Trophäen hintereinander aufblingen. Eine herrliche Melodie!

Fazit

Rätselfreunde, die gerne im Kriminalbereich unterwegs sind und mit Beweisen und Indizien spielen, können hier durchaus ihren Spaß finden, wenn sie nicht mit zu hohen Erwartungen an die Sache herangehen. Spieler hingegen, die hier wirklich etwas zocken oder erleben wollen... nun ja, die werden wohl von vorneherein wissen, dass dieses Spiel nicht mal ansatzweise etwas für ihre Bedürfnisse ist. Immerhin TrophyHunter können sich mit der ganzen Sache anfreunden, auch wenn das ewige hin und her und das stupide Wiederholen von Arbeitsvorgängen auf die Dauer von 5 Stunden echt anstrengend werden kann. Dafür hat man innerhalb eines Tages eine weitere Platin - so wertlos und nicht mal besonders schön sie auch sein mag.

Spielspaß: 20%
Grafik: 65%
Gameplay: 55%
Gesamt: 45%

1 Kommentar:

  1. Danke, danke, danke!!! Dein Hinweis mit dem kleinen Tischchen hat mir endlich 100% beschert ^^

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